Queerfeministisches Sommerfest im AJZ – was ist das eigentlich?

Was ist das queerfeministische Sommerfest?
Dieses Jahr findet zum dritten Mal in Folge das queerfeministische Sommerfest im AJZ statt. Wie schon in den letzten Jahren ist unser Hauptanliegen einen Raum zu schaffen, der ein Gegengewicht zum Alltag bildet und auch dieses Mal wünschen wir uns wieder so eine gemütliche Blubberblase / Freiraum / Space. Wir wollen einen Tag lang einen Raum schaffen, um sich in Ruhe ausprobieren zu können und sich positiv zu erleben, sei es in praktischen Sachen, wie in verschiedenen Workshops, kreativen Ergüssen, die im Zine-Raum gut aufgehoben sind, oder dem Betreten von neuen Gedankenpfaden. Dieses Jahr ist neu, dass das Sommerfest komplett drogenfrei sein soll. Wir werden keinen Alkohol ausschenken und bitten alle diesen Wunsch zu respektieren und auch nicht bereits alkoholisiert o.ä. zum Fest zu kommen. Zum Rauchen bieten wir einen abgegrenzten Bereich an.

Wen laden wir ein?
Eingeladen sind – mit der Ausnahme von Cis-Männern1 – alle Personen, die sich mit einem queerfeministischen Freiraum identifizieren und dort wohl fühlen. Das können zum Beispiel Frauen*, Lesben, Trans*- oder Inter*-Personen, Non-Binary, Queers, etc. sein. Ob das queerfeministische Sommerfest für dich der richtige Raum ist, entscheidest du letztlich selbst, eingeladen sind also alle außer cis-Männern, wir wünschen uns, dass das respektiert wird. Das heißt auch, das Geschlecht von anderen unabhängig von ihrem Äußeren zu respektieren. Kinder sind herzlich willkommen.

1Cis-Männer sind Personen, denen bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde und die sich heute diesem auch zugehörig fühlen.“

Seebrücken Bastelaktion am 20.7

Zur Vorbereitung der Seebrücken-Demo am folgenden Tag laden wir am 20.7 um 16 Uhr zur Bastelaktion auf dem Siegfriedplatz ein.
Kommt vorbei und helft uns die Stadt mit organgenen Transpis und Plakaten zu füllen !

Kein Bock auf Sexismus! Kein Bock auf Cro!

Nächsten Donnerstag findet das Campus-Festival statt. Dort wird Cro als Headliner auftreten. Das finden wir problematisch. Denn Cros Texte sind sexistisch und von Gewaltphantasien geprägt. Das ist jetzt nicht neu im Rap oder anderen Genres der Musikwelt. Wir erinnern uns an die Diskussionen um die Straßenbande 187 auf dem AStA Campus-Festival Paderborn oder Kollegah und Farid Bang beim Echo. Und damit nennen wir nur einige aktuelle Beispiele. Das Problem sind unserer Meinung nach aber nicht nur die Künstler*innen selber. Denn die werden eingeladen, weil sie von ihren Fans gehört und gesehen werden wollen. Denn trotz, oder gerade, wegen ihrer frauenverachtenden, transfeindlichen, homophoben und antisemitischen Texte sind sie fame. Die Platten von Leuten wie Cro verkaufen sich massenhaft. Sexismus kommt in der Gesellschaft gut an und verkauft sich gut. Vertiefte Diskussionen über Sexismus werden kaum geführt und wenn, dann anhand einiger weniger Textbeispiele. Das dahinter liegende Gesellschafts- und Geschlechterbild wird kaum gesehen, denn dies würde eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen, wie Sexismus, voraussetzen. Solange solche Diskussionen nicht stattfinden, werden Künstler wie Cro, Kollegah oder die Straßenbande 187 auch weiterhin Platten verkaufen und auf Festivals auftreten!
Wir haben keine Lust Cro eine Bühne zu geben, auf der er seinen Sexismus und seine Gewaltphantasien zum Besten geben kann.

Im Folgenden wollen wir genauer auf die Inhalte von Cro eingehen und erklären, was wir daran
kritisieren. (Inhaltswarnung: Sexismus, Gewalt, Transfeindlichkeit)

Cro gilt als eher „softer“ Rapper und als Gegenpol zu Aggro Berlin und Co. Seine Lieder dudeln eher fröhlich vor sich hin, die Melodie geht ins Ohr, vermittelt Freude und Spaß. Seine Texte handeln viel von heterosexuellen Beziehungen. So begehrt er in vielen seiner Songs Frauen (oder wie er sagen würde „Chicks“) die stets keinen Namen haben, was seine grenzenlose Objektisierung natürlich begünstigt. Frauen werden zum „Fick“– Objekt und dienen der eigenen Befriedigung. In Interviews beschreibt er Frauen als langweilig (1), sich selbst als Jäger und Frauen als Reh (2) und er ist der Meinung, dass Mädchen nicht rappen können (3).

Berühmt wurde er mit ‚Easy‘. Da singt Cro wie er von Frauen gestresst ist und lieber erstmal chillen will. Frauen stressen ihn, wenn sie schwanger werde oder heiraten wollen. Dafür hat er auch schon
eine Lösung parat – erschießen:

„Doch wenn Sie plötzlich so‘n kleines Ding zeigt, du eigentlich schon weißt
Der zweite Strich heißt, es ist aus und vorbei, bleib easy, ea-, ea-; ea-, ea-
Yeah, und wenn sie heiraten will und nach drei Tagen chill‘n
Schon dein ganzes Haus und deinen Leihwagen will, erschieß sie“ (4)

Erschießen ist Cros Antwort auf unterschiedliche und sehr klischeehafte Beziehungsvorstellungen. Er fügt dann noch hinzu, dass er sich das natürlich nicht trauen würde. Die Idee eine Frau zu
erschießen, scheint ihm aber gut zu gefallen.

An einer anderen Stelle singt er davon, dass er Frauen besitzen will („und ich glaub, ich fänd’s cool, wenn du mir gehörst“ aus ‚Traum‘) (5). Damit reiht er sich in ein patriarchales Bild ein: Männer
besitzen Frauen. Mit Gleichberechtigung hat das wenig zu tun! In ‚Bad Chick‘ beschwert sich Cro darüber, dass eine Frau ihn besitzen will (6). In ‚Traum‘ will er genau das und bei ihm, als Mann, ist das natürlich völlig in Ordnung.

In einem Feature mit den Orsons ‚Horst und Monika‘ singen sie zusammen über eine Trans*Person und dies tun sie transfeindlich. „Er hatte genug von sei‘m Hodensack, Taschenbillard, immer dasgleiche, Also hat Horst gedacht schneid‘ ich ihn einfach ab Trete aus, werde links, dann nenn‘ ich mich Monika, Weg mit den Nazis, Her mit der Scheide“ (7).

In ‚Einmal um die Welt‘ inszeniert er sich als reicher Kerl, der einer Frau alles kaufen kann und das sind – natürlich – vor allem Schuhe (8). Damit bedient sich Cro zum wiederholten Male klischeehaften Geschlechterrollen.

Aber auch sein aktuelles Album finden wir problematisch. Es geht um Frauen, Sex, Geld und Ansehen. Ins Auge sticht da vor allem Cros Frauenbild, dass sich in zahlreichen alten und neuen Songs wiederspiegelt. Mit diesem Bild der Frau steht er nicht alleine da. Derartige Bilder finden gesellschaftlich leider immernoch massenschaft Anschluss. Cros Texte sind von Sex mit Frauen geprägt, dabei werden Frauen zum konsumierbaren Objekt (z.B. Paperdream oder Fake you). Das wird vor allem im Song ‚no.105′ deutlich. In diesem versucht Cro sich und seine Begierden zu ergründen. Er versucht sich „die perfekte Frau“ zu basteln so dass er über Körper und Geist bestimmen und verfügen kann.

„Es ist hier zu hot, ich bin irgendwo dort
Zwischen Apfel, Birne, Pfirsich, modellier‘ ‚n Po
Ich zieh‘ aus einem Schwung ihre Hüfte
Linke Backe, rechte Backe, rund wie die Brüste
Check die Liste, welche Teile ich noch brauch‘
Scribbel‘ mir ’ne Skizze, übertreiben ist erlaubt“ (9)

Dabei geht er unheimlich oberflächlich vor und schafft sich sein Idealbild einer Frau. Wenn Cro über Liebe singt erscheint das wie eine Suche nach Perfektion und Vollkommenheit. Vollkommen soll dabei vor allem seine Partnerin sein. Er selbst muss bei dieser Suche allerdings nie Kompromisse eingehen oder sich auf seine Partnerin einlassen.

So soft Cro auch daher kommen mag, seine Texte und seine Inhalte nerven uns seit seiner ersten Single: Wir haben keinen Bock auf Sexismus, in gemachte Geschlechterrollen gedrängt oder zu Sexobjekten degradiert zu werden!
Deswegen hoffen wir Rapper wie Cro ein letztes Mal auf dem Campus Festival gesehen zu haben!

Für die Freiheit, für das Leben!

Gez.
Fem*Ref und AStA Gleichstellungsreferat der Uni Bielefeld
Quellen:
(1)https://www.mix1.de/news/cro-deutsche-maedchen-sind-langweilig/
(2)https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/rapper-cro-ueber-frauen-und-mehr-warum-cro-die-schule-
geschmissen-hat-/9970702-3.html
(3)http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/saenger-cro-im-gespraech-maedchen-koennen-nicht-rappen-
12967153.html
(4)https://genius.com/Cro-easy-lyrics
(5)https://genius.com/Cro-traum-lyrics
(6)https://genius.com/Cro-bad-chick-lyrics
(7)https://genius.com/Die-orsons-horst-and-monika-lyrics
(8)https://genius.com/albums/Cro/Einmal-um-die-welt-ep
(9)https://genius.com/Cro-no-105-lyrics
Weitere Inspierationen durch:
https://maedchenmannschaft.net/sexismus-als-fliessband-hit-der-rapper-cro/
https://www.zeit.de/2017/38/cro-tru-album-rezension
https://missy-magazine.de/blog/2016/10/26/nicht-die-schlampen-sind-wack-sondern-cro/
https://www.musikexpress.de/reviews/cro-tru/
http://www.rappers.in/forum/showthread.php?907229-tru-von-Cro-Einmal-Geschlechterdebatte-bitte%21

Vortrag: Frauenbewegungen im innertürkischen Vergleich

In der Türkei engagieren sich Frauen mit verschiedenen Hintergründen sowohl in den großen als auch in den kleinen Städten für Geschlechtergerechtigkeit.
Aufgrund ihrer vielfältigen Erfahrungen haben die Aktivist*innen variierende Definitionen wichtiger Begrifflichkeiten.
Deshalb werden zum Beispiel auch die Konzepte von Feminismus, Frauenbewegung und Geschlecht unterschiedlich verstanden.

Das Forschungsprojekt: „Frauenbewegungen im innertürkischen Vergleich“ hat das Ziel einer aktuellen Standortbestimmung der Frauenbewegungen in unterschiedlichen sozio-kulturellen und regionalen Umfeldern der Türkei.
Unter Berücksichtigung der komplexen gesellschaftlichen Strukturen in der Türkei untersucht das Projekt die Vielfalt von Frauenbewegungen und geschlechterpolitischen Positionen.
Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, ob und inwieweit die Frauenbewegungen trotz ihrer Unterschiede zusammenarbeiten und wenn ja, welche gemeinsamen, übergeordneten Ziele sie verfolgen. Darüber hinaus fragt die Studie auch nach Vernetzung von Frauenbewegungen über nationale, regionale und lokale Grenzen hinweg.

Asli Polatdemir und Münevver Azizoglu-Bazan stellen die Forschungsergebnisse der Studie „Frauenbewegungen im innertürkischen Vergleich“ vor

Datum: 17.05.2018
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Universität Bielefeld, Raum U2-200

Veranstalter*innen:

FEM*REF Bielefeld & JXK Bielefeld

Feministische Filmtage im Mai

Bei den feminitischen Filmtagen wollen wir gemeinsam mit euch verschiedene Filme schauen und diese im Anschluss, mit allen die Lust haben, besprechen. Von Dokus, Schnulzen, Dramen bis hin zu Trash-Filmen ist alles dabei. Bei der jetzigen Filmreihe geht es um Themen wie: Frauenbewegung, Lesbische Liebe, Black-Feminism und vieles mehr.

Wir nehmen kein Eintritt!
Getränke gibt es gegen Spende.

Wir freuen uns auf euch!

Los geht’s jedesmal um 19 Uhr im Filmhaus Bielefeld (August-Bebel Straße 94)

15.05.2018 Barash
Israel 2015 – 85 Min – Hebräisch mit deutschen Untertitel – FIlm von Michal Vinik
Die 17-jährige Naama Barash lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Tel Aviv. Eines Tages taucht Dana in der Schule auf: blond, wunderschön und wilder als alle anderen. Sie zeigt Naama, wie Mädchen sich küssen, und nimmt sie mit zu den verbotenen Partys. Naama rasiert sich für ihren Schwarm sogar die Haare ab. Doch Dana ist kein Mädchen, das sich nur an Eine bindet. Währenddessen ist Naamas Schwester Liora von der Basis verschwunden, auf der sie gerade ihren Militärdienst leistet. Und es gibt Gerüchte, Liora sei mit einem Araber zusammen. Wen und wie die Barash-Schwestern lieben, stellt den Zusammenhalt innerhalb ihrer Familie auf eine harte Probe. Michal Vinik erzählt in ihrem sinnlichen Regiedebüt von erster Liebe, Liebeskummer und der Suche nach dem eigenen Ich – und stellt die Frage, wie frei man als junge Frau im heutigen Israel leben kann. Für sein vielschichtiges Drehbuch und seine hinreißenden Nachwuchsdarstellerinnen wurde BARASH auf dem Internationalen Filmfestival Haifa mit gleich drei Preisen ausgezeichnet.

23.05.2018 Audre Lorde – Die Berliner Jahre 1984 – 1992
Deutschland 2011 – 79 Min – Englisch mit deutschen Untertiteln – Film von Dagmar Schulz
Auch zwanzig Jahre nach ihrem Tod ist der Einfluss der Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde auf die afroamerikanischen, feministischen und queeren Bewegungen außerordentlich lebendig. Ein wenig beachtetes Kapitel sind dabei ihre Berliner Jahre von 1984 bis 1992, in denen Lorde afro-deutschen Frauen zu mehr Selbstbewusstsein verhalf und die sozialen Veränderungen in der Stadt kommentierte, die von Mauerfall und Wiedervereinigung geprägt waren. Zum ersten Mal erlauben persönliche Video- und Audioaufzeichnungen von Dagmar Schultz einen tiefen Blick in das Leben der privaten Audre Lorde, lassen aber auch Mitstreiter, Studierende und Freunde zu Wort kommen. Das außergewöhnliche Porträt wurde im Panorama der Berlinale 2012 uraufgeführt.

31.05.2018 Die Misandristinnen
Deutschland 2017 – 91 Min – Englisch mit deutschen Untertiteln – FIlm von Bruce Labruce
Irgendwo in Ger(wo)many. Die Terroristinnen-Zelle „Female Liberation Army“ (FLA) bereitet den Umsturz des Patriarchats und die Installation einer neuen weiblichen Weltordnung vor. Dazu hat ihre Anführerin Big Mother eine Gruppe von acht schwer erziehbaren Mädchen um sich gesammelt, die sie gemeinsam mit ihren Kameradinnen auf einem abgelegenen Landgut ausbildet.
Nach außen hin ist das Anwesen als katholische Internatsschule getarnt. Um die Revolution zu finanzieren und die eigene Ideologie zu verbreiten, drehen die Frauen feministische Pornographie.
Doch als eines der Mädchen einen verletzten linksradikalen Soldaten im Wald entdeckt und heimlich in den Keller des Anwesens bringt, um ihn gesund zu pflegen, droht die strikte Hausordnung aus den Fugen zu geraten

Bei Fragen: flrefer@uni-bielefeld.de

Aktiobstage gesellschaft_macht_geschlecht

Liebe Menschen, es ist wieder soweit: Die Aktionstage für geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung finden vom 21.04 bis zum 05.05.2018 statt. Es gibt wieder ein spannendes und abwechslungsreiches Programm (Workshops, Vorträge, Filmanende, Konzerte, Partys und vieles mehr). Das Programm findet ihr auf dem Veranstaltungskalender Linke Landschaft Bielefeld. Die Aktionstage sind in der Regel für alle Interessierren offen. Wenn eine Veranstaltung, zum Beispiel nur für FrauenLesbenTransInter* geöffnet ist, ist das so gekennzeichnet.

Als FemRef machen wir auch mit und haben 3 Veranstaltungen am Start:

25.04, 18 Uhr, Hörsaal 8 der Uni
Vortrag mit Sebastian Winter zu Antigenderismus, Antisemitismus und Muslim_innenfeindlichkeit. Sozialpsychologische Überlegungen zum ideologischen Syndrom der extremen Rechten statt. Den Ankündigungstext findet ihr auf LiLaBi.

28,04, ab 11 Uhr, AJZ Bielefeld (Heeperstraße 132)
Graffiti, Rap, Drag and Feminism. Los geht’s ab 11 Uhr mit einer Workshopphase (FLTI* only): Dragking-Workshop, Graffiti-Workshop, Rap-Workshop. Ab 18 Uhr gibt’s Küche für Alle. Ab 20 Uhr dann ein Konzert mit OpenMic, ALDE, Finna und Haszcara. Danach Party mit Crime Mary und Dj*ane Mopsi + Freundin. Infos zu genauen Zeiten, Anmeldungen und so findet ihr hier

05.05., ab 12 Uhr (AJZ Bielefeld, Heeperstraße 132)
DIY-Tag im AJZ – Basteln, Futtern, Kreativ sein. Ab 12 Uhr gibt’s ein veganes Mitbring Buffet. Später dann allerlei Möglichkeiten kreativ zu sein: Stencils, Buttons, Sticker, Siebdruck, SticknPoke, Zines, Poster und vieles mehr. Zum Abschluss spielen dann LisaBouvier ein kleines Konzert und danach wird Mukke aufgelegt. Alles weitere hier.

Gedenkstättenfahrt zum 73. Jahrestag der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück

Vom 20. April bis zum 22. April 2018 findet die Befreiungsfeier des Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück statt.

Anmeldung zur Gedenkstättenfahrt unter: flrefer@uni-bielefeld.de

Über die Seenotrettungen im Mittelmeer

Was passiert auf dem Mittelmeer?

In der Veranstaltung am 19.12. wird es zu Beginn einen kurzen Vortrag geben, welcher die Entwicklung der europäischen Migrations- und Grenzpolitik grob skizziert. Dabei wird im Besonderen auf die Situation im Mittelmeer eingegangen. Diesbezüglich werden die rechtlichen Rahmen, in denen sich die Szenarien dort ereignen, erläutert. Auch wird darin die Position der libyschen Küstenwache eingeordnet.
Kern der Veranstaltung wird der Erfahrungsbericht von einem festen Crew-Mitglied der Lifeline sein. Diese ist das Schiff der jungen, zivilen Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline. Seit September diesen Jahres fährt die Lifeline zu Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer in Richtung Libyen. Durch diese Einsätze haben die Crews dieser Missionen bereits 549 Menschen auf hoher See das Leben retten können.

Sören Moje ist ausgebildeter Schiffsmechaniker, studierter Schiffsbetriebstechniker und erfahrener Seefahrer. Seit Juli ist er Schiffsmaschinist an Bord der Lifeline und fuhr bei den Rettungsmissionen 2017 mit. Neben der Arbeit, die es brauchte, um das Schiff zum Laufen zu bringen und am Laufen zu halten, wird er bei dieser Veranstaltung hauptsächlich von den eindrucksstarken Erlebnissen dieser Missionen berichten und dabei neben den unter extremen Umständen geglückten Rettungen, bspw. auch von der Begegnung mit der libyschen Küstenwache erzählen.

MISSION LIFELINE e.V.
IBAN: DE85 8509 0000 2852 2610 08
BIC: GENODEF1DRS
Volksbank Dresden e.G.

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!
Für die Zusendung der Spendenquittung geben Sie bitte Ihre Anschrift im Verwendungszweck an.

Über die aktuelle Situation

Die europäische Staatengemeinschaft schließt die Außengrenzen um Europa systematisch. Besonders in den letzten Jahren wurden erneut riesige Geldsummen für die „Sicherung der Grenzen“ ausgegeben und werden auch weiterhin finanziell bereitgestellt.
Das ist der politische Versuch die Migrationsbewegung zu kontrollieren und letztlich zu verhindern. Dabei wird von einer solchen Politik das Auge demgegenüber verschlossen, dass die Fluchtursachen in den allermeisten Fällen untrennlich verbunden sind mit europäischer Kolonialgeschichte, deren Folgen von globaler sozialer Ungleichheit heute wie damals sets ähnlich geblieben sind. Auch aktuelle Wirtschaftsinteressen- und geschehnisse, sowie der von hier ausgehenden und verursachten Zerstörung der Umwelt, tragen in enormen Teilen dazu bei, dass sich Menschen in ihrer Lage dazu gezwungen sehen, sich auf die Flucht vor Hunger, Armut, Krieg usw. zu machen. Ebenfalls wird mit der durchgesetzten Grenz- und Migrationspolitik das Auge demgegenüber verschlossen, was eigentlich europäische Grundwerte sein sollen: die Freiheit und Gleichheit von Menschen, sowie die humanistische Wahrung der Menschenrechte.
Doch es gibt keine legalen und keine sicheren Einwanderungswege in die EU. Für solche Wege und Möglichkeiten zu sorgen, wäre eine Option, um Menschen ihr Recht auf Asyl zu gewährleisten. Doch stattdessen rüstete Europa die Grenzen massiv auf und machte so alle Wege für Asylsuchende zu. Die komplette Schließung der Landfluchtrouten in den letzten Jahren führte dazu, dass die gefährliche und oft tödliche Flucht über das Mittelmeer zum Zwangsweg für Schutzsuchende wurde.
Seit dem Jahr 2000 sind mindestens 30.000 Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken.
Im Jahr 2016 waren es mindestens 5.000 Menschen, die ihr Leben dort verloren haben. So viele Tote innerhalb eines Jahres, wie nie zuvor. 181.000 Menschen gelang die Flucht über das Meer – nur, weil sie gerettet wurden. Bis Anfang November 2017 sind laut der Internationalen Organisation für Migration fast 3000 Menschen ertrunken. Und das, obwohl dieses Jahr weniger Menschen als die Hälfte derer, die im Vorjahr über das Meer geflohen sind, die gefährliche Überfahrt gewagt haben. Demnach ist die Zahl der Ertrunkenen in diesem Jahr, im Verhältnis zum letzten, erschreckend hoch!
Seit dem 31.10.2014 gibt es seitens der EU kein Militärschiff, welches Seenotrettungen als primäre Aufgabe hat – wohlwissend, dass diese humanitäre Krise auf dem Mittelmeer vor Europas Augen stattfindet. Stattdessen kooperiert Europa mit der sogenannten libyschen Küstenwache, sodass die europäischen Gelder für eigene Militärschiffe mit Rettungsaufträgen von den Fluchtrouten über das Mittelmeer umgeleitet wurden. So wurde und wird die libysche Küstenwache von europäischem Militär u.a. dazu ausgebildet und ausgestattet, flüchtende Menschen bereits im Küstengewässer oder auf hoher See abzufangen, zurück nach Libyen zu bringen und sie so an ihrer Flucht nach Europa zu hindern. Dies geschieht unter dem Deckmantel, dass diese Ausbildung und Ausrüstung stattfinde, damit besser gegen Schleppernetzwerke vorgegangen werden kann – Seenotrettungen werden hinten angestellt. Somit wird die eigentliche Verantwortung der EU für die Rettungsaufträge verkauft an eine selbsternannte Küstenwache aus einem Land, dass keine souveräne bzw. staatliche Regierung hat. Somit wird durch europäische Politik und Gelder finanziert, dass flüchtende Menschen von einer solchen nicht vertrauenswürdigen Gruppierung in Lager auf libyschem Festland gebracht werden, damit sie dort unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt werden. Folter, Vergewaltigungen und sogar Mord sind gängige Praxen in diesen Lagern. Die libysche Küstenwache agiert zudem nicht nur in ihren eigenen Gewässern, sondern auch in internationalen. Dabei missachten und brechen sie internationales Seerecht, sowie die Genfer Flüchtlingskonvention. Die eigentliche Schulung dieser Themengebiete ist laut Bundeswehr Bestandteil der europäischen Ausbildung dieser Küstenwache. Das Verhalten auf See seitens der libyschen Küstenwache ist geprägt von gefährlichen Fahrmanövern bis hin zu scharf abgefeuerten Schüssen. Europäische Befehle werden willkürlich ignoriert. Ihr Umgang mit Flüchtenden erscheint von unberechenbarer Brutalität.
Und während die Lage vor Ort für flüchtende Menschen immer gefährlicher wird und sich dramatisch zuspitzt, wird den zivilen Rettungsorganisationen, die ihre Arbeit nicht niederlegen und weiterhin unzählige Menschenleben retten, vorgeworfen, dass sie Schuld an den hohen Flüchtendenzahlen hätten – aufgrund ihrer Präsenz vor Ort.
Doch Migration wird es immer geben. Sie wird sich weder kontrollieren, noch verhindern lassen, denn sie hat wesentliche Gründe.

WenDo Workshop

Im WenDo geht es darum in geschützter Atmosphäre mit den eigenen Stärken
und der eigenen Kraft umzugehen.

Du willst Dich – auf freiwilliger Basis – mit grenzüberschreitenden
Situationen auseinandersetzen, die Dich im (Uni-)Alltag stressen und
Dich hindern Dinge anzugehen? Oder Themen rückblickend beleuchten, um in
ähnlichen Situationen Deinen Handlungsspielraum zu erweitern?

Im WenDo hast Du die Möglichkeit verschiedene Methoden kennenzulernen,
zu üben und anzuwenden. Dabei nutzen wir unsere eigenen Ressourcen: -
Stimme, Mimik, Gestik, Körper(-haltung) kommen zum Einsatz.

Bring bitte bequeme Klamotten mit und etwas für Deine Verpflegung.

Anmeldung über FemRef-eMail Adresse

max. Gruppengröße: 10 TN

offen für FLT*I, heißt Menschen, die von cis-männlichen Privilegien
ausgeschlossen sind

Teil I:

02.12.: 12.00 – 18.00 (incl. Pause) + 03.12.: 10.00 – 16.00 (incl. Pause)

Teil II: (Vertiefung)

16.12.: 12.00 – 18.00 (incl. Pause) + 17.12.: 10.00 – 16.00 (incl. Pause)

Treffpunkt und Veranstaltungsort wird per Mail kommuniziert.

Ju ist zertifizierte WenDo-Trainerin.

AK Gender

Wie kann eine gendergerechte Hochschule aussehen?
Wie lässt sich die Studiensituation von Trans*menschen an der Hochschule verbessern?

Der Arbeitskreis „Gender“ (AK Gender) besteht aus Personen, die an der Fachhochschule oder der Universität Bielefeld studieren und/oder arbeiten. Das vorrangige Ziel besteht in der Erarbeitung eines Konzeptes, das zu Gendergerechtigkeit im Hochschulkontext und somit zu einer Verbesserung der Studiensituation und des Arbeitsalltags von Trans*- und Inter*personen führen soll.

Der AK trifft sich im zweiwöchigem Abstand und freut sich über Personen, die Lust haben mitzumachen.
Bei Interesse oder Anregungen kann sich gerne per Mail gemeldet werden.

akgender@riseup.net



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