Aktiobstage gesellschaft_macht_geschlecht

Liebe Menschen, es ist wieder soweit: Die Aktionstage für geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung finden vom 21.04 bis zum 05.05.2018 statt. Es gibt wieder ein spannendes und abwechslungsreiches Programm (Workshops, Vorträge, Filmanende, Konzerte, Partys und vieles mehr). Das Programm findet ihr auf dem Veranstaltungskalender Linke Landschaft Bielefeld. Die Aktionstage sind in der Regel für alle Interessierren offen. Wenn eine Veranstaltung, zum Beispiel nur für FrauenLesbenTransInter* geöffnet ist, ist das so gekennzeichnet.

Als FemRef machen wir auch mit und haben 3 Veranstaltungen am Start:

25.04, 18 Uhr, Hörsaal 8 der Uni
Vortrag mit Sebastian Winter zu Antigenderismus, Antisemitismus und Muslim_innenfeindlichkeit. Sozialpsychologische Überlegungen zum ideologischen Syndrom der extremen Rechten statt. Den Ankündigungstext findet ihr auf LiLaBi.

28,04, ab 11 Uhr, AJZ Bielefeld (Heeperstraße 132)
Graffiti, Rap, Drag and Feminism. Los geht’s ab 11 Uhr mit einer Workshopphase (FLTI* only): Dragking-Workshop, Graffiti-Workshop, Rap-Workshop. Ab 18 Uhr gibt’s Küche für Alle. Ab 20 Uhr dann ein Konzert mit OpenMic, ALDE, Finna und Haszcara. Danach Party mit Crime Mary und Dj*ane Mopsi + Freundin. Infos zu genauen Zeiten, Anmeldungen und so findet ihr hier

05.05., ab 12 Uhr (AJZ Bielefeld, Heeperstraße 132)
DIY-Tag im AJZ – Basteln, Futtern, Kreativ sein. Ab 12 Uhr gibt’s ein veganes Mitbring Buffet. Später dann allerlei Möglichkeiten kreativ zu sein: Stencils, Buttons, Sticker, Siebdruck, SticknPoke, Zines, Poster und vieles mehr. Zum Abschluss spielen dann LisaBouvier ein kleines Konzert und danach wird Mukke aufgelegt. Alles weitere hier.

Gedenkstättenfahrt zum 73. Jahrestag der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück

Vom 20. April bis zum 22. April 2018 findet die Befreiungsfeier des Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück statt.

Anmeldung zur Gedenkstättenfahrt unter: flrefer@uni-bielefeld.de

Über die Seenotrettungen im Mittelmeer

Was passiert auf dem Mittelmeer?

In der Veranstaltung am 19.12. wird es zu Beginn einen kurzen Vortrag geben, welcher die Entwicklung der europäischen Migrations- und Grenzpolitik grob skizziert. Dabei wird im Besonderen auf die Situation im Mittelmeer eingegangen. Diesbezüglich werden die rechtlichen Rahmen, in denen sich die Szenarien dort ereignen, erläutert. Auch wird darin die Position der libyschen Küstenwache eingeordnet.
Kern der Veranstaltung wird der Erfahrungsbericht von einem festen Crew-Mitglied der Lifeline sein. Diese ist das Schiff der jungen, zivilen Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline. Seit September diesen Jahres fährt die Lifeline zu Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer in Richtung Libyen. Durch diese Einsätze haben die Crews dieser Missionen bereits 549 Menschen auf hoher See das Leben retten können.

Sören Moje ist ausgebildeter Schiffsmechaniker, studierter Schiffsbetriebstechniker und erfahrener Seefahrer. Seit Juli ist er Schiffsmaschinist an Bord der Lifeline und fuhr bei den Rettungsmissionen 2017 mit. Neben der Arbeit, die es brauchte, um das Schiff zum Laufen zu bringen und am Laufen zu halten, wird er bei dieser Veranstaltung hauptsächlich von den eindrucksstarken Erlebnissen dieser Missionen berichten und dabei neben den unter extremen Umständen geglückten Rettungen, bspw. auch von der Begegnung mit der libyschen Küstenwache erzählen.

MISSION LIFELINE e.V.
IBAN: DE85 8509 0000 2852 2610 08
BIC: GENODEF1DRS
Volksbank Dresden e.G.

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!
Für die Zusendung der Spendenquittung geben Sie bitte Ihre Anschrift im Verwendungszweck an.

Über die aktuelle Situation

Die europäische Staatengemeinschaft schließt die Außengrenzen um Europa systematisch. Besonders in den letzten Jahren wurden erneut riesige Geldsummen für die „Sicherung der Grenzen“ ausgegeben und werden auch weiterhin finanziell bereitgestellt.
Das ist der politische Versuch die Migrationsbewegung zu kontrollieren und letztlich zu verhindern. Dabei wird von einer solchen Politik das Auge demgegenüber verschlossen, dass die Fluchtursachen in den allermeisten Fällen untrennlich verbunden sind mit europäischer Kolonialgeschichte, deren Folgen von globaler sozialer Ungleichheit heute wie damals sets ähnlich geblieben sind. Auch aktuelle Wirtschaftsinteressen- und geschehnisse, sowie der von hier ausgehenden und verursachten Zerstörung der Umwelt, tragen in enormen Teilen dazu bei, dass sich Menschen in ihrer Lage dazu gezwungen sehen, sich auf die Flucht vor Hunger, Armut, Krieg usw. zu machen. Ebenfalls wird mit der durchgesetzten Grenz- und Migrationspolitik das Auge demgegenüber verschlossen, was eigentlich europäische Grundwerte sein sollen: die Freiheit und Gleichheit von Menschen, sowie die humanistische Wahrung der Menschenrechte.
Doch es gibt keine legalen und keine sicheren Einwanderungswege in die EU. Für solche Wege und Möglichkeiten zu sorgen, wäre eine Option, um Menschen ihr Recht auf Asyl zu gewährleisten. Doch stattdessen rüstete Europa die Grenzen massiv auf und machte so alle Wege für Asylsuchende zu. Die komplette Schließung der Landfluchtrouten in den letzten Jahren führte dazu, dass die gefährliche und oft tödliche Flucht über das Mittelmeer zum Zwangsweg für Schutzsuchende wurde.
Seit dem Jahr 2000 sind mindestens 30.000 Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken.
Im Jahr 2016 waren es mindestens 5.000 Menschen, die ihr Leben dort verloren haben. So viele Tote innerhalb eines Jahres, wie nie zuvor. 181.000 Menschen gelang die Flucht über das Meer – nur, weil sie gerettet wurden. Bis Anfang November 2017 sind laut der Internationalen Organisation für Migration fast 3000 Menschen ertrunken. Und das, obwohl dieses Jahr weniger Menschen als die Hälfte derer, die im Vorjahr über das Meer geflohen sind, die gefährliche Überfahrt gewagt haben. Demnach ist die Zahl der Ertrunkenen in diesem Jahr, im Verhältnis zum letzten, erschreckend hoch!
Seit dem 31.10.2014 gibt es seitens der EU kein Militärschiff, welches Seenotrettungen als primäre Aufgabe hat – wohlwissend, dass diese humanitäre Krise auf dem Mittelmeer vor Europas Augen stattfindet. Stattdessen kooperiert Europa mit der sogenannten libyschen Küstenwache, sodass die europäischen Gelder für eigene Militärschiffe mit Rettungsaufträgen von den Fluchtrouten über das Mittelmeer umgeleitet wurden. So wurde und wird die libysche Küstenwache von europäischem Militär u.a. dazu ausgebildet und ausgestattet, flüchtende Menschen bereits im Küstengewässer oder auf hoher See abzufangen, zurück nach Libyen zu bringen und sie so an ihrer Flucht nach Europa zu hindern. Dies geschieht unter dem Deckmantel, dass diese Ausbildung und Ausrüstung stattfinde, damit besser gegen Schleppernetzwerke vorgegangen werden kann – Seenotrettungen werden hinten angestellt. Somit wird die eigentliche Verantwortung der EU für die Rettungsaufträge verkauft an eine selbsternannte Küstenwache aus einem Land, dass keine souveräne bzw. staatliche Regierung hat. Somit wird durch europäische Politik und Gelder finanziert, dass flüchtende Menschen von einer solchen nicht vertrauenswürdigen Gruppierung in Lager auf libyschem Festland gebracht werden, damit sie dort unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt werden. Folter, Vergewaltigungen und sogar Mord sind gängige Praxen in diesen Lagern. Die libysche Küstenwache agiert zudem nicht nur in ihren eigenen Gewässern, sondern auch in internationalen. Dabei missachten und brechen sie internationales Seerecht, sowie die Genfer Flüchtlingskonvention. Die eigentliche Schulung dieser Themengebiete ist laut Bundeswehr Bestandteil der europäischen Ausbildung dieser Küstenwache. Das Verhalten auf See seitens der libyschen Küstenwache ist geprägt von gefährlichen Fahrmanövern bis hin zu scharf abgefeuerten Schüssen. Europäische Befehle werden willkürlich ignoriert. Ihr Umgang mit Flüchtenden erscheint von unberechenbarer Brutalität.
Und während die Lage vor Ort für flüchtende Menschen immer gefährlicher wird und sich dramatisch zuspitzt, wird den zivilen Rettungsorganisationen, die ihre Arbeit nicht niederlegen und weiterhin unzählige Menschenleben retten, vorgeworfen, dass sie Schuld an den hohen Flüchtendenzahlen hätten – aufgrund ihrer Präsenz vor Ort.
Doch Migration wird es immer geben. Sie wird sich weder kontrollieren, noch verhindern lassen, denn sie hat wesentliche Gründe.

WenDo Workshop

Im WenDo geht es darum in geschützter Atmosphäre mit den eigenen Stärken
und der eigenen Kraft umzugehen.

Du willst Dich – auf freiwilliger Basis – mit grenzüberschreitenden
Situationen auseinandersetzen, die Dich im (Uni-)Alltag stressen und
Dich hindern Dinge anzugehen? Oder Themen rückblickend beleuchten, um in
ähnlichen Situationen Deinen Handlungsspielraum zu erweitern?

Im WenDo hast Du die Möglichkeit verschiedene Methoden kennenzulernen,
zu üben und anzuwenden. Dabei nutzen wir unsere eigenen Ressourcen: -
Stimme, Mimik, Gestik, Körper(-haltung) kommen zum Einsatz.

Bring bitte bequeme Klamotten mit und etwas für Deine Verpflegung.

Anmeldung über FemRef-eMail Adresse

max. Gruppengröße: 10 TN

offen für FLT*I, heißt Menschen, die von cis-männlichen Privilegien
ausgeschlossen sind

Teil I:

02.12.: 12.00 – 18.00 (incl. Pause) + 03.12.: 10.00 – 16.00 (incl. Pause)

Teil II: (Vertiefung)

16.12.: 12.00 – 18.00 (incl. Pause) + 17.12.: 10.00 – 16.00 (incl. Pause)

Treffpunkt und Veranstaltungsort wird per Mail kommuniziert.

Ju ist zertifizierte WenDo-Trainerin.

AK Gender

Wie kann eine gendergerechte Hochschule aussehen?
Wie lässt sich die Studiensituation von Trans*menschen an der Hochschule verbessern?

Der Arbeitskreis „Gender“ (AK Gender) besteht aus Personen, die an der Fachhochschule oder der Universität Bielefeld studieren und/oder arbeiten. Das vorrangige Ziel besteht in der Erarbeitung eines Konzeptes, das zu Gendergerechtigkeit im Hochschulkontext und somit zu einer Verbesserung der Studiensituation und des Arbeitsalltags von Trans*- und Inter*personen führen soll.

Der AK trifft sich im zweiwöchigem Abstand und freut sich über Personen, die Lust haben mitzumachen.
Bei Interesse oder Anregungen kann sich gerne per Mail gemeldet werden.

akgender@riseup.net

aktuelle Öffnungszeiten WiSe 2017/18

Dienstags 16:00 – 18:00
Donnerstags 12:00 – 15:00

25.11.2012 „Reclaim the night“-Umzug/Demo in der Stadt

25.11.12 (Fr), 18.00 Uhr „Reclaim the night“-Umzug/Demo in der Stadt

„Wir fordern die Nacht zurück!“, „Take back the Night“ oder „Reclaim the Night!“ heißt die Parole – in Anlehnung an die Protestmärsche, die seit 1976 weltweit von Frauen durchgeführt werden. Weltweit nehmen Frauen und Mädchen den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.) zum Anlass, um in der Tradition dieser Protestmärsche laut und bunt durch die Stadt zu ziehen. An diesem Tag wird an die drei dominikanischen Schwestern Patria, Maria Teresa und Minerva Mirabal erinnert. Aufgrund ihres Widerstandes gegen das Trujillo-Regime wurden sie am 25.11.1960 ermordet.

Der erste Marsch in Deutschland fand 1977 statt. Frauen und Mädchen ziehen zur Abend- oder Nachtzeit laut und bunt durch die Straßen und fordern das Recht, sich in ihrer Stadt am Tag und in der Nacht frei bewegen zu können, ohne Angst haben zu müssen, sexuell belästigt oder vergewaltigt zu werden.
Zum diesjährigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.) organisiert das Bielefelder Frauen- und Mädchen-Projekte-Plenum einen solchen Marsch durch die Bielefelder Innenstadt.

Freitag 25.11. 18h am Rathausplatz
Auftakt mit den Les Benitas

Zugweg: Niederwall-Steinstrasse-Welle-Neustädterstrasse-Hagenbruchstrasse-Niederwall-Jahnplatz-Bahnhofstrasse- Durch die Bahnhofshalle-Boulevard-Europaplatz-Schmiedestrasse-Mellerstrasse-Frauenkulturzentrum
Nach dem Marsch gibt es heiße Suppe und Getränke ab 21 Uhr im Frauenkulturzentrum, Mellerstrasse2, 33613 Bielefeld

Alle Frauen und Mädchen aus Bielefeld und Umgebung sind dazu aufgerufen, sich phantasievoll und bunt, einzeln oder in Gruppen an diesem Marsch zu beteiligen.

Neuer Vorstellungstext

Das Fem*Ref existiert seit über 35 Jahren und fand ihre Anfänge im Jahre 1978. Einige Referentinnen* unterschiedlicher Gruppen des AStAs taten sich zusammen und arbeiteten „autonom“ vom AStA an feministischer Politik. Da die Menschen, die sich damals begannen gemeinsam mit solchen Inhalten auseinanderzusetzen, der festen Meinung waren, dass nur von den Frauen* selbst bestimmt werden kann auf welche Arten und Weisen diese Aufgabe einer feministischen Politik begangen wird, erkämpften sie die Existenz eines AUTONOMEN Frauen*Referats. Dies sollte – und ist immer noch – in keiner Abhängigkeit zu den verschiedenen Konstellationen von Gruppen innerhalb des AstAs und des StuPas stehen, denen die Frauen* zu Rechenschaft verpflichtet sein sollten, wenn es um ihre – und zwar nur ihre eigene – Sache geht. So wurden von jenen Referetinnen* 2 „Frauen-Vollversammlungen“ initiiert, in denen sich gemeinsam für die Notwendigkeit eines „Autonomen Frauenreferates“ entschieden wurde, was im Jahre 1982 dann institutionell durchgesetzt wurde.
In diesem Jahr wurde das Referat in das „Autonome FrauenLesben-Referat“ umbenannt, nicht um eine Trennung verschiedener Gruppen zu untersstreichen, sondern um den Anteil lesbisch-lebender Frauen* sichtbar zu machen. Dabei wurde explizit hervorgehoben, dass es sich bei dieser Begrifflichkeit nicht nur um eine Einstellung zu Sexualität handelt, sondern es vor allem auch auf emotionaler und geistiger Ebene Auseinandersetzungen, Begegnungen, Beschäftigungen und Berührungen von Frauen* mit anderen Frauen* im Alltag und Arbeit geht. Gleichzeitig sollte diese Umbenennung auch eine kleine Provokation, doch mehr noch eine Impulsgebung dafür sein, dass es Frauen* anstoßen könnte, über eigene alternative Lebensweisen in Gegenüberstellung zur gesellschaftlichen Heteronormativität weiterhin nachzudenken. Auch sollte diese Umbennung mutmachend sein, damit jene unter uns, die sich auch als frauenliebend empfinden, zu sich selbst stehen. Ebenfalls ist der neue Name auch als klares Statement und Ausdruck einer offensiven Haltung gegenüber der gesellschaftlich existierenden Frauen*-und Lesben*Feindlichkeit gemeint.
Im Jahre 1992 erweiterte sich der Name des Referats erneut. Es wurde in das „Internationale Autonome FrauenLesben-Referat“ umbenannt, um ein politisches Statement gegen rassistische und darin vor allem europa-zentristische Haltungen deutlich zu machen. Dies war das Ergebnis diesbezogener interner Auseinandersetzungen.
1994 entwickelte sich diese Auseinandersetzung so weiter, dass das FemRef von „Schwarzen FrauenLesben“ als Raum für sich eingefordert wurde und über Jahre von ihnen und „einer weißen Person“ organisiert wurde. Dies war das Ergebnis scharfer Kritiken, die es von jenen „Schwarzen FrauenLesben“ gegenüber den „weißen Studentinnen“ des FemRefs gab, die sich zum einen darin zeigte, dass es eine fehlende und mangelhafte Auseinandersetzung mit der Diskriminierungskategorie „Race“ gab, zum anderen auch das Rassismus reproduzierende Verhalten der weißen Frauen* zu grenzüberschreitend war.
Bis zum Beginn der 2000er Jahren gibt’s ab dann ne kleine Lücke in der Geschichtsschreibung. In den Jahren 2001-2002 wurden dann innerhalb des Fem*Refs kontroverse Diskussionen über die Frage nach einer Öffnung des Referats für Transgender diskutiert, dessen Ergebnis eine weitere Namensänderung war „Internationales Autonomes Feministisches Referat für FrauenLesbenTrans*“
Das Fem*Ref ist zwar eine Art Institution des AstaS, ist allerdings aufgebaut und steht in einer völlig eigenen Geschichte. Und wie dieses zeigt, verfolgt es zwar eine gewisse Linie, doch ist es wandelbar und flexibel und immer das, was die Menschen in diesem Rahmen auf die Beine stellen.

In den letzten Jahren beschäftigen wir uns inhaltlich nicht nur mit den Geschlechterverhältnissen in der Gesellschaft und an der Universität. Unser Fokus rückte immer mehr dahin, dass wir die Befreiung der Menschen, die als FrauenLesbenTrans* unterdrückt werden, nur als realisierbar sehen, wenn sämtliche Unterdrückungsformen bekämpft werden. All jene, Sexismus, Rassismus, Klassismus, Ableismus etc. lassen alle ihre Ursprünge in patriarchaler Logik finden und eine feminitische Politik muss demnach gegen das gesamte Monster kämpfen – gegen jene Strukturen um und auch in uns, die andere Menschen abwerten, um sich selbst aufzuwerten, Menschen in richtig und falsch einzuordnen, über die Unterdrückten zu herrschen, sie auszubeuten, sie zu vergewaltigen und ihnen das Leben zu nehmen. Deswegen sind Themenschwerpunkte unserer Arbeit neben Antisexismus auch Antirassismus, darin auch die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte und Gedenkarbeit diesbezüglich. Ebenso richtet sich unser Arbeitsfokus auch auf feministischem Widerstand im internationalen Kontext. Die internationale Perspektive mehr und mehr einzunehmen, erachten wir als unerlässlich mit Blick darauf, dass unsere Freiheiten und Unfreiheiten mit denen aller anderen auf der Welt Lebenden und Toten zusammenhängen. Es geht nicht, diese so grundlegende Perspektive auszublenden.
Weiter bedeutet dies für unseren Raum, dass wir uns nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch über Alltagssituationen und Repressionen austauschen, um gemeinsam Handlungsmöglichkeiten auszudiskutieren und aktiv zu werden.
Aus der Perspektive heraus, dass eine antipatriarchale Befreiung nicht nur auf individuellen, sondern gleichermaßen auf kollektiven Ebenen angestrebt werden kann, organsieren wir Veranstaltungen, Vorträge und Workshops und unterstützen zudem unkommerzielle feministische Projekte.
Da sich diese ganzen Thematiken unserer Arbeiten nicht nur im universitären Kosmos, sondern überall in der Gesellschaft finden lassen, sind wir ebenfalls mit Gruppen außerhalb dieses Kontextes vernetzt und nutzen auch andere Möglichkeiten und Örtlichkeiten der Stadt, bspw. die Bürger*Innen-Wache, die VHS, das IBZ, das kurdische Zentrum oder das AJZ.
Beispiele für Projekte von uns sind:
Gedenkstättenfahrten ins Frauen KZ Ravensbrück
das feministische HipHop-Festival Bielefeld
das Anti-Racism-Festival
Veranstaltungen mit der Gruppe Akzent*In
Unterstützung der FLTI-Kneipe im AJZ
feministisches Kulturangebot wie Cabarett und Konzerte und Spray-workshops
feministisches Sportangebot wie Wendo-Kurse, oder B-Girl-Dancing
Veranstaltungen/Aktionen mit dem RSB, der Antifa AG und dem SchwuR

NOAH SOW in Bielefeld

Vortrag: Antigenderismus, Antisemitismus und Muslim_innenfeindlichkeit. Sozialpsychologische Überlegungen zum ideologischen Syndrom der extremen Rechten

Referent: Sebastian Winter – Wann? 09.11.2017 18:00 Uhr – Wo? Uni Bielefeld H10

VERANSTALTUNG FÄLLT AUS!
Wahrscheinliche Nachholung Anfang nächstes Jahr

Der Kampf gegen den „Genderismus“ vereint die extreme Rechte von AfD bis NPD und findet Anklang bis hin zu FAZ und Spiegel. Bereits die konservative Revolution der 1920er Jahre propagierte den Kampf gegen als „verjudet“ interpretierte Transformationsprozesse der Geschlechterordnung. Im Nationalsozialismus wurde dann unter dem Vorzeichen der Volksgemeinschaft eine „neue Synthese“ der Geschlechter verhießen, die frei sei von den zersetzenden Einflüssen der Frauenemanzipation, aber auch von „Lüsternheit“ und allem Künstlichem. Heute richtet sich die Stoßrichtung gegen staatliche Gleichstellungspolitik, liberalen Sexualkundeunterricht, feministische Kritik und jede Denaturalisierung des Geschlechtlichen. Verschwörungstheoretisch wird eine „Gender-Lobby“ als dahinter treibende dunkle Kraft vermutet, welche die Deutschen umerziehen will – und wieder finden sich (strukturell) antisemitische Assoziationen. Scheinbar paradox wird gleichzeitig oftmals die Ablehnung von „Frauenunterdrückung“ und Judenfeindschaft demonstrativ betont. Man stehe hier als gute Deutsche oder guter Deutscher ganz im Gegensatz zu „den Moslems“ und „NAFRIs“. Die Muslim_innenfeindlichhkeit dient als Ausweis der Anti-Nazi-Gesinnung.
Sexuelles Ressentiment und massenpsychologische Projektion, nationaler Aufarbeitungsstolz und Wiederkehr des Verdrängten: In dem Vortrag werden die verschiedenen Feindbilder auf ihre affektive Anziehungskraft hin psychoanalytisch-sozialpsychologisch diskutiert.

Organisiert von FemRef* und Antifa AG Bielefeld



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