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FemRef läd zum Care Revolution Netzwerktreffen Bielefeld ein !

Im Oktober 2015 nutzen wir eine Veranstaltung mit Gabriele Winker als Start für die Gründung des Care Revolution Netwerkes Bielefeld. Seitdem trifft sich das Netzwerk, VertreterInnen von drei Gruppen und einige Einzelpersonen, in unregelmäßigen Abständen.

Zur Zeit beschäftigen wir uns damit das Netzwerk zu vergrößern. So haben wir uns an der ersten Mai Demo 2016 in Bielefeld mit einen „Care Revolution“ Block beteiligen.

Wir möchten Care Work im Kapitalismus diskurieren und problematisieren, gemeinsam über politische Strategien für eine solidarische Gesellschafft nachdenken.

Kontakt: rabatz[at]freenet.de

Women in Exile: Veranstaltungen von und für Flüchtlingsfrauen

„No Stress“-Tour 2016 in Bielefeld
Gerne weisen wir auf Veranstaltung im Rahmen der „No Stress“-Tour 2016 hin: Am Samstag, 06. August 2016 sowie am Wochenende 12./13. August wird Musik, Sport, Theater, Austausch und Diskussion in Bielefeld geboten.

Aus dem Flyer der No Stress-Tour:

Im Sommer bewegt sich überall viel und deshalb möchten wir, dass sich auch etwas für die Refugees bewegt. Wir starten während der Sommermonate dieses Jahres das Projekt „No Stress“-Tour.

Das Projekt hat mehrere Ziele: Geflüchtete und andere Einwohner*innen der Stadtteile durch die Sommerstimmung zusammenbringen, Geflüchteten in ihrem täglichen Stress Kraft geben und einen positiven Eindruck eines guten Zusammenlebens für beide Seiten geben. Strategien finden, um Menschen über ihre Rechte im Asylverfahren zu informieren. Das Projekt soll sich an alle Menschen richten, die Lust haben teilzunehmen.

Am ersten Wochenende wird es von „Women in Exile“, einer Organisation geflüchteter Frauen richtet, einen Film und einen Workshop geben, der sich speziell an geflüchtete Frauen richtet, sowie ein Fußballturnier für alle Interessierten.

Während des zweiten Wochenendes gibt es zwei Parties und zwei Theaterstücke von Geflüchteten. Damit wollen wir helfen, Stress abzubauen und Austuasch zu fördern. Die Theaterstücke sollen einen Anstoß geben für Diskussionen über Asylpolitik und Asylgesetze, die den Alltag Geflüchteter bestimmen und für viel Stress und Unsicherheit verantwortlich sind.
Programm:
Freitag, 05. August 2016

14:30 Uhr: Film und Empowerment-Workshop für geflüchtete Frauen
BellZett, Sudbrackstraße 36a
Kontakt/Informationen: 0157 / 34439348
Samstag, 06. August 2016

10-16 Uhr: Fußballturnier mit gemischten Teams
Kunstrasenplatz an der Alm (Schüco Arena)
Anmeldung: 0157 / 30655826
Freitag, 12. August 2016

21 Uhr: Konzert & Party | Ezé Wendtoin und Lomnava musique and friends
AJZ Bielefeld, Heeper Straße 132
Samstag, 13. August 2016

16:30 Uhr: Essen und gemütliches Beisammensein mit Kinderbetreuung
Kesselbrink

18 Uhr: Theaterstück und Diskussion über Asylpolitik und Asylgesetze
Kesselbrink

21 Uhr: Party | Mr.iös Siksaya ‚n‘ Vit-A-Mine Sound (Jimmi Kennedy, Lenny Washingron & Linton Clinton)
IBZ Bielefeld, Teutoburger Straße 106

http://www.ak-asyl.info/aktuelles/artikel/no-stress-tour-2016-in-bielefeld/

Unterstützt vom FemRef*

Vortrag: „Support your sisters not your cisters – Diskriminierung gegen Trans*Weiblichkeiten (Trans*misogynie)“

14.30-17.30 Uhr Workshop: Transmysogynie mit Faulenz*a (30 Personen)
im Rahmen des Queer feministischen Sommerfestes

(offen für alle Gender) mit FaulenzA

Mein gleichnamiges Buch (Support your sisters not your cisters) kommt am 01.10.16 im Verlag „Edition Assemblage“ raus.
Trans*misogynie- das ist die Gewalt, die ich erlebe, seid ich denken kann. Ich bin mit ihr aufgewachsen, sie hat mich geprägt und geformt. Sie hat mich tief verwundet, und klein gemacht. Immer wieder, jeden Tag, in unterschiedlichsten Formen. Mal durch offene Aggressive körperliche –, mal durch alltägliche, unterschwellige Gewalt. Ich meine die Art und Weise, wie Leute mit mir reden, mich behandeln, über mich denken – auch in der (queer)feministischen Szene. Nun versuche ich mich stark zu machen und gegen Trans*misogynie zu kämpfen.

In dem Workshop stelle ich nach einer inhaltlichen Einführung aktuelle Beispiele vor, die zeigen dass selbst feministische Räume kein save-space für Trans*frauen sind. Diese können wir gemeinsam diskutieren: Was ist daran trans*misogyn? Wie könnten Texte, Veranstaltungsankündigungen, Sticker etc. anders gestaltet, geschrieben sein? Was kann getan werden um feministische Räume inklusiver für Trans*Frauen und Trans*Weiblichkeiten zu machen? Wichtige Themen in diesem Workshop sind unter anderem:

-Trans*misogynie“ als ein Zusammenwirken von verschiedenen Unterdrückungsformen, nämlich: Feminitätsfeindlichkeit (Misogynie), Trans*phobie, Klassismus und Ableismus.

-Trans*misogynie in (queer)feministischer Szene,

-Frauen*Räume /FLT*I*Räume und Ausschlüsse von trans*Frauen

-Das „Sozialisationsargument“, mit dem Ausschlüsse von Trans*Frauen begründet werden

-Trans*gender Day of Remembrance zum Gedenken der ermordeten Trans*menschen (größtenteils trans*Frauen of Colour)

-die diskriminierende Weise, wie im Feminismus manchmal Körperlichkeit thematisiert wird (zB Genitalien, Menstruation)

Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion

Der Workshop ist mit Unterstützung vom FemRef* und darum wieder kostenfrei !

Graffiddi Workshop mit Bunte Knete und SchlüpCola

Im Rahmen des Queer Feministischen Sommerfestes in AJZ

Dieser Workshop richtet sich an Frauen Lesben Inter- und Trans*menschen.

Eine Woche VOR dem Queer-Feministischen Sommerfest Fest findet ein Graffiti Workshop im AJZ-Innenhof statt. Also am 18.06. von 13.00-19.00 Uhr. Veranstaltet wird der Workshop von Buntknete und SchlüpCola. Bitte bringt Klamotten mit die schmutzig werden dürfen (Hose, Schuhe, Shirt, Jacke etc…. je nach Wetter halt).
Buntknete und SchlüpCola:
Wir sind zwei Writerinnen aus Bielefeld/Dortmund die mit euch zusammen eine Konzeptwand gestalten wollen. Ihr habt die perfekte Gelegenheit die Kunst des Graffitis kennenzulernen. Ihr braucht keine Vorkenntnisse und Erfahrungen mitzubringen:-)
Das Thema wird sein: „MONSTER AUF DEM PLANETEN KLO“

Es gibt eine Teilnahmebegrenzung von 10 Personen. Anmeldung unter: queerfem_fest@riseup.net Es wird am 10.06. unter allen eingesendeten Anmeldungen gelost. Hier gilt also nicht „wer zuerst kommt sprayt zuerst…Viel Glück! =)

Mit freundlicher Unterstützung vom autonomen feministischen Referat der UNI Bielefeld daher auch kostenfrei.

Linke Ersti-Woche an der Uni Bielefeld!

mehr Infos auf : https://www.facebook.com/linkeerstiwochen/

Sex als Arbeit – Veranstaltungsreihe zum Thema Sex-Arbeit und Prostitution

Organisiert von der Interventionistischen Linken Bielefeld

11.04.16 – Sexarbeit zwischen rechtlicher Reglementierung und gesellschaftlichem Stigma
https://www.facebook.com/events/997088917005267/

20.04.16 – Das Unbehagen mit der Prostitution
https://www.facebook.com/events/1720052298241942/

09.05.16 – Grenzenlose Sexarbeit? Migrantische Sexarbeit zwischen Freiwilligkeit und Zwang
https://www.facebook.com/events/1719204768355492/

18.05.16 – Männer in der Sexarbeit
https://www.facebook.com/events/1001797196578799/

23.05.16
– Film: SEXarbeiterin
https://www.facebook.com/events/977413119011234/


Unterstützt durch das FemRef der Universität Bielefeld.

Konzert Esther Bejarano und MicrophoneMafia

Samstag, 13. Februar 2016 um 17.00 Uhr

„Per La Vita“ („Für das Leben“) – Lesung und Konzert mit Esther Bejarano und Microphone Mafia

Schulzentrum Werreanger, Breite Straße 3, Lage

Esther Bejarano wurde als Tochter eines Oberkantors am 15. Dezember 1924 in Saarlouis geboren, sie ist eine deutsch-jüdische Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz. Mit Anita Lasker-Wallfisch und anderen spielte sie im Mädchenorchester von Auschwitz. Ihre Eltern wurden im November 1941 in Kowno von den Nationalsozialisten ermordet. Esther Bejarano lebt heute in Hamburg.

1941 wurde sie ins Zwangsarbeitslager Neuendorf bei Fürstenwalde / Spree verbracht. Am 20. April 1943 wurde sie aus einem Berliner Sammellager nach Auschwitz deportiert. Hier musste sie in einem Arbeitskommando Steine schleppen. Als das Mädchenorchester entstand, meldete sie sich als Akkordeonspielerin, ohne jemals ein solches Instrument in der Hand gehabt zu haben. Das Orchester musste unter anderem zum täglichen Marsch der Arbeitskolonnen durch das Lagertor spielen.

Esther wurde weiter ins Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt, wo sie eine Häftlingsnummer oberhalb von 23.000 hatte. Auf einem der Todesmärsche von KZ-Häftlingen konnte sie zwischen Karow und Plau am See fliehen. Am 3. Mai 1945 erlebte sie in Lübz die Befreiung durch die Rote Armee.

Gemeinsam mit Tochter Edna und Sohn Joram gründete sie Anfang der 1980er Jahre die Gruppe Coincidence mit Liedern aus dem Ghetto und jüdischen sowie antifaschistischen Liedern. Im Juni 2009 wurde das gemeinsame Album „Per La Vita“ („Für das Leben“) von Esther, Edna, Joram Bejarano und der „Microphone Mafia“ veröffentlicht.

Organisiert von der Initiative „Gegen das Vergessen“
mit Unterstützung vom FemRef* der Uni Bielefeld

Gäst*innenbeitrag der Gruppe DIVA

Dieser Text kommt von der Gruppe DIVA und wird hier mit Unterstützung des FemRef veröffentlicht.

Am 26.11. haben wir, einige weiße Frauen*_Lesben, in der Unihalle ein Plakat mit der Aufschrift „Scheidungsseminar coming soon… Polyamouröses Lesbennetz“ aufgehangen. Als veranstaltende Gruppe wurde DIVA angegeben, als deren Symbol eine stilisierte Vulva abgebildet war. Dieses Plakat war eine spontane Reaktion auf ein bereits länger hängendes Plakat der Hochschulgruppe DIWAN, welches Werbung für ein „Ehevorbereitungsseminar & Buchvorstellung“ machte. Sowohl inhaltlich als auch in der Gestaltung wurde durch uns auf dieses Plakat Bezug genommen.

Intention: Kritik an der Institution Ehe

Unser Anliegen war und ist es, Kritik an der Ehe als einer heteronormativen und patriarchalen Institution zu äußern, die auf hegemonialen gesellschaftlichen Begehrensformen und (binären) Geschlechterkonstruktionen aufbaut. Die Ehe normalisiert und fördert eine ganz bestimmte Lebensweise, delegitimiert andere oder stellt sie zumindest in ihrer Glaubwürdigkeit infrage. Die Ehe steht für exklusive heterosexuelle Zweierbeziehungen mit dem Ziel, Kinder hervorzubringen. Darüber hinaus ist sie traditionell mit einer Sexualmoral verknüpft, die nicht-heterosexuelle Begehrensformen sowie außereheliche Sexualität verurteilt und bestraft. Sie ist ebenfalls eng gekoppelt mit traditionellen Geschlechterbildern und –rollenaufteilungen.

Die Ehe kann als Instrument der sozialen Kontrolle verstanden werden, mithilfe derer Regierungen/religiöse Organisationen Familie und Sexualität regulieren und eben nur bestimmte Lebensweisen privilegiert werden. Weiterhin gehen mit der Ehe (sexuelle) Besitzansprüche an den_die Ehepartner_in einher. Die Kleinfamilie, also das Ehepaar und dessen Kinder, wird oft als kleinste Einheit der Gesellschaft verstanden, an der die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem verläuft. Mit dem Verweis auf die Privatsphäre können existierende strukturelle Machtverhältnisse innerhalb von Ehe oder Familie verschleiert werden.

Die Institution Ehe stützt also patriarchale Strukturen und delegitimiert Lebensweisen von Menschen, die sich jenseits heterosexueller Zweierbeziehungen und binären Geschlechter-konstruktionen bewegen. Mit unserem Plakat wollten wir dies kritisieren und andere L(i)ebens-formen und -entwürfe sichtbar machen und der Ehe entgegenstellen. Uns geht es dabei nicht darum, individuelle Entscheidungen für oder gegen eine Ehe zu kritisieren. Unsere Kritik richtet sich gegen Strukturen, die Ehe als die normale, die beste oder die einzig legitime Art des Zusammenlebens propagieren.

Wie ging es weiter?

Das Plakat hing keine zwei Stunden in der Halle, da wurde die aufgemalte Vulva herausgerissen. In der sich daran entzündenden Diskussion wurde dies damit begründet, das Plakat ziehe die Religion in den Schmutz und verletze religiöse Gefühle, und könne deswegen nicht hängenbleiben. Am nächsten Tag war das Plakat nach einer Beschwerde seitens DIWAN durch das Facility Management abgehängt worden, da keine verantwortliche Hochschulgruppe darauf stand. Etwa gleichzeitig veröffentlichte DIWAN auf ihrer facebook-Seite eine Stellungnahme, in der sie unser Plakat als „respektlosen und beleidigenden Akt einer islamfeindlichen Gruppierung“ bezeichneten, auf Twitter war von „provocative actions of racist groups“ die Rede.

Mit Unterstützung der HSG Kritik & Utopie wurde von uns ein zweites, identisches Plakat aufgehangen. Daraufhin wurden wir persönlich abermals gebeten, die Vulva aus dem Plakat zu entfernen, da sie religiöse Gefühle beleidige und gegen die Menschenwürde nach Artikel 1 GG verstoße. Wir entschieden, das Plakat mit Vulva hängen zu lassen: die Vulva stellt für uns ein feministisches Symbol dar, welches mit Berechtigung im öffentlichen Raum hängen darf.

Rassismusvorwurf

Wir streiten die Existenz von antimuslimischem Rassismus nicht ab. In Zeiten von PEGIDA, ISIS sowie den jüngsten Anschlägen in Paris ist „der Islam“ in der allgemeinen Öffentlichkeit ein ständig präsentes, viel umstrittenes und kritisiertes Thema. Meistens wird er hierbei relativ einseitig verhandelt: es wird kaum zwischen dem Islam, Islamismus oder Jihadismus unterschieden, eine ständige Gefahr durch islamistischen Terrorismus wird suggeriert und „der Islam“ erscheint durchweg wenn nicht als Feindbild, so doch zumindest als das Gegenstück eines zivilisierten Europas. Nach Attia (2009) wird dabei das muslimische Andere als homogene Negativfolie zu einem fortschrittlichen, emanzipierten europäischen Selbst konstruiert und dient somit der Aufwertung der konstruierten Eigengruppe.

Im antimuslimischen Diskurs nimmt auch die Thematisierung des Geschlechterverhältnisses einen zentralen Bezugspunkt ein: „der Islam“ wird als wesenhaft frauenfeindlich und sexistisch verhandelt, in Abgrenzung zum aufgeklärten Europa, das sexistische Verhältnisse vermeintlich überwunden und die „Befreiung der Frau“ beziehungsweise die sexuelle und geschlechtliche Selbst-bestimmung bereits erreicht habe. Die „eigenen“ Sexismen und Ungleichheitsverhältnisse können so verschleiert und ausgeklammert werden. In diesem Kontext wurden und werden feministische Ansprüche immer wieder rassistisch instrumentalisiert1 .

Wir wissen, dass sich die Kritik und das Handeln einer weißen feministischen Gruppe somit vor dem Hintergrund eines sehr machtvollen Feldes bewegt. Wir sind uns auch bewusst, dass wir Rassismus nie aus der Betroffenenperspektive erleben und somit die Wirkung unseres Handelns immer nur begrenzt be_greifen können. Dennoch erachten wir den Rassismusvorwurf seitens DIWAN an dieser Stelle für nicht gerechtfertigt. Wir wissen, dass es sich bei Muslim_as nicht um ein statisches, homogenes Kollektiv handelt. Wir wissen um die marginalisierten innermuslimischen Kämpfe homosexueller und queerer Muslim_as und solidarisieren uns mit diesen2. Unser Anliegen ist es an dieser Stelle nicht, „den Islam“ oder Religion(en) als solche zu kritisieren oder zu diskreditieren. Wird jedoch, wie in diesem Fall, eine Religion dafür genutzt, patriarchale Strukturen zu legitimieren, so hinterfragen und kritisieren wir die Strukturen, die diese Argumentation ermöglichen!

Ebenso geht es uns nicht darum, uns selbst als befreite und emanzipierte Individuen darzustellen. Wir sehen uns mit sexistischen, heteronormativen Erwartungen tagtäglich konfrontiert und können nicht außerhalb der Wirkmächtigkeit dieser Normen leben. Auch der verlängerte Arm der Ehe, die romantische Zweierbeziehung, innerhalb derer sich viele von uns befinden, unterliegt unserer Kritik. Auch wenn wir in den derzeitigen Verhältnissen die Notwendigkeit mancher Ehen sehen3, und jede_r sich selbst für oder gegen eine Heirat entscheiden können soll, kritisieren wir selbige als Institution. Uns geht es um die Anerkennung aller Formen des verantwortlichen Zusammenlebens, seien diese lesbisch, schwul, bi, pan, hetero, poly, mono oder was auch immer! Das „Polyamouröse Lesbennetz“ ist sicherlich nur eine von vielen möglichen Alternativen.

Die Vulva und die religiösen Gefühle

Das Ersetzen des Halbmondes (dem Symbol von DIWAN) auf unserem Plakat durch eine Vulva kann so gelesen werden, als sei der Islam per se nicht mit Feminismus vereinbar. Diese Aussage wäre antimuslimisch und wird von uns nicht vertreten. Es sollte nicht nahe gelegt werden, dass der Halbmond für einen per se rückständigen Islam steht und die Vulva im Gegensatz dazu für einen fortschrittlichen Feminismus. Wir glauben, dass sich Islam und Feminismus verbinden lassen2.

Jedoch: Auf diese Deutung der Dinge zielte die von der Hochschulgruppe DIWAN geäußerte Kritik an dem Plakat nicht ab. Stattdessen wurde die von uns gemalte Vulva mehrmals als schmutziges und beleidigendes Symbol bezeichnet. Dass eine Vulva derartige Gefühle hervorruft, legt vorherrschende sexistische Verhältnisse offen. Wird die Kulturgeschichte der Vulva betrachtet, so fällt auf, dass die Vulva abwechselnd als entweder unsichtbar und nicht vorhanden, oder als Ort des Untergang des Mannes und damit einhergehend als überaus bedrohlich verhandelt wird (Sanyal 2009:8 ). Seit jeher sind Sexualität und Medizin männlich dominierte Bereiche, Personen mit Vulva wird eine eigenständige und selbstbestimmte Sexualität abgesprochen und weibli_che* Körper werden massiv abgewertet. In diesem Sinne ist die Vulva ein (häufig cis-) feministisches Symbol und steht für Selbstbestimmung, Aneignung des eigenen Körpers und der eigenen lustvollen Sexualität. Für uns ist die Vulva weder schmutzig noch beleidigend, sondern ein Zeichen des Kampfes gegen sexistische Unterdrückung. Wir vertreten vor diesem Hintergrund weiterhin die Auffassung, dass die Abbildungen von Vulven in der Öffentlichkeit ihren berechtigten Platz haben und werden diese auch weiterhin in der Öffentlichkeit zeigen.

Kontakt: div_a[ät]web.de

1 Während z.B. schon die britische Kolonialisation Ägyptens mit der Rhetorik der Frauenemanzipation legitimiert wurde (vgl. Bracke 2012: 241), so wurde z.B. ebenso der Afghanistankrieg u.a. mit einer vermeintlichen Frauenbefreiung gerechtfertigt.

2 Vgl.:
- https://jaythenerdkid.wordpress.com/2014/02/23/muslim-queer-feminist-its-as-complicated-as-it-sounds/
- http://queermuslimproject.tumblr.com/
- http://www.queer.de/detail.php?article_id=4341
- http://www.gigi-online.de/Hatun43.htm
- http://www.bzw-weiterdenken.de/2007/10/gott-hat-viele-schone-namen/

3 So sind manche Menschen aus ökonomischen Gründen gezwungen zu heiraten, andere um einen sicheren Aufenthaltsstatus zu erhalten.

Literatur

  • Attia, Iman (2009): Die ‚westliche Kultur‘ und ihr Anderes. Zur Dekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus. Bielefeld: transcript.
  • Bracke, Sarah (2012): From ‚saving women‘ to ‚saving gays‘: Rescue narratives and their dis/continuities. In: European Journal of Women’s Studies. 19: 2 , S. 237-252.
  • Sanyal, Mithu M. (2009): Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts. Berlin: Wagenbach.

vom FemRef Osna: VA zu Misogynie in der queeren Szene

femref osna VA

Hengameh Yaghoobifarah ist a 2. Dezember in Osnabrück, um etwas über die Abwertung von Weiblichkeit in der queeren Szene (Schwule Mysongonie / Femme- Invisibility / Hegemoniale Weiblichkeit) zu erzählen.

Hier ist der facebook-Link

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