Wer:
Wir, das feministische Referat, arbeiten zu unterschiedlichen feministischen und frauenpolitischen Themen. Darunter verstehen wir unter anderem die Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen, Die Bewusstwerdung darüber und die eigene Verortung darin, sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung, Antisexismus, Antifaschismus, Antirassismus, Antiklassismus, Homophobie. Außerdem Beschäftigen wir uns mit emanzipatorischen internationalen Bewegungen und Kämpfen, NS-Gedenken und feministischen Positionen in Kunst und Kultur.

Wo:
AStA-Galerie, Uni Bielefeld

Wann:
aktuelle Öffnungszeiten WiSe 2017/18:
Dienstags 16:00 – 18:00
Donnerstags 12:00 – 15:00

Achtung! In den Semesterferien haben wir unregelmäßig geöffnet

In den Öffnungszeiten ist das Ref offen für alle FrauenLesbenTrans*. Wenn ihr Bock habt zu quatschen, in unserer Bibliothek zu stöbern oder mitzubekommen, wer wir so sind und was wir machen, kommt zu den Öffnungszeiten vorbei oder schreibt uns eine Mail. Wenn ihr Ideen für coole Veranstaltungen zu feministischen Themen habt, und Unterstützung bei der Organisierung braucht, meldet euch voll gern bei uns.

Kontakt:
flrefer (at) uni-bielefeld.de

Unsere Postadresse:

FemRef – AStA Uni Bielefeld
Postfach 100 131 – 33501 Bielefeld
fon: 0521 106 34 29

Hier findet ihr die Formulare für
Verträge
und den Ich-will-Geld-haben-Zettel

Ausführliche Vorstellung:

Das Fem*Ref existiert seit über 35 Jahren und fand ihre Anfänge im Jahre 1978. Einige Referentinnen* unterschiedlicher Gruppen des AStAs taten sich zusammen und arbeiteten „autonom“ vom AStA an feministischer Politik. Da die Menschen, die sich damals begannen gemeinsam mit solchen Inhalten auseinanderzusetzen, der festen Meinung waren, dass nur von den Frauen* selbst bestimmt werden kann auf welche Arten und Weisen diese Aufgabe einer feministischen Politik begangen wird, erkämpften sie die Existenz eines AUTONOMEN Frauen*Referats. Dies sollte – und ist immer noch – in keiner Abhängigkeit zu den verschiedenen Konstellationen von Gruppen innerhalb des AstAs und des StuPas stehen, denen die Frauen* zu Rechenschaft verpflichtet sein sollten, wenn es um ihre – und zwar nur ihre eigene – Sache geht. So wurden von jenen Referetinnen* 2 „Frauen-Vollversammlungen“ initiiert, in denen sich gemeinsam für die Notwendigkeit eines „Autonomen Frauenreferates“ entschieden wurde, was im Jahre 1982 dann institutionell durchgesetzt wurde.
In diesem Jahr wurde das Referat in das „Autonome FrauenLesben-Referat“ umbenannt, nicht um eine Trennung verschiedener Gruppen zu untersstreichen, sondern um den Anteil lesbisch-lebender Frauen* sichtbar zu machen. Dabei wurde explizit hervorgehoben, dass es sich bei dieser Begrifflichkeit nicht nur um eine Einstellung zu Sexualität handelt, sondern es vor allem auch auf emotionaler und geistiger Ebene Auseinandersetzungen, Begegnungen, Beschäftigungen und Berührungen von Frauen* mit anderen Frauen* im Alltag und Arbeit geht. Gleichzeitig sollte diese Umbenennung auch eine kleine Provokation, doch mehr noch eine Impulsgebung dafür sein, dass es Frauen* anstoßen könnte, über eigene alternative Lebensweisen in Gegenüberstellung zur gesellschaftlichen Heteronormativität weiterhin nachzudenken. Auch sollte diese Umbennung mutmachend sein, damit jene unter uns, die sich auch als frauenliebend empfinden, zu sich selbst stehen. Ebenfalls ist der neue Name auch als klares Statement und Ausdruck einer offensiven Haltung gegenüber der gesellschaftlich existierenden Frauen*-und Lesben*Feindlichkeit gemeint.
Im Jahre 1992 erweiterte sich der Name des Referats erneut. Es wurde in das „Internationale Autonome FrauenLesben-Referat“ umbenannt, um ein politisches Statement gegen rassistische und darin vor allem europa-zentristische Haltungen deutlich zu machen. Dies war das Ergebnis diesbezogener interner Auseinandersetzungen.
1994 entwickelte sich diese Auseinandersetzung so weiter, dass das FemRef von „Schwarzen FrauenLesben“ als Raum für sich eingefordert wurde und über Jahre von ihnen und „einer weißen Person“ organisiert wurde. Dies war das Ergebnis scharfer Kritiken, die es von jenen „Schwarzen FrauenLesben“ gegenüber den „weißen Studentinnen“ des FemRefs gab, die sich zum einen darin zeigte, dass es eine fehlende und mangelhafte Auseinandersetzung mit der Diskriminierungskategorie „Race“ gab, zum anderen auch das Rassismus reproduzierende Verhalten der weißen Frauen* zu grenzüberschreitend war.
Bis zum Beginn der 2000er Jahren gibt’s ab dann ne kleine Lücke in der Geschichtsschreibung. In den Jahren 2001-2002 wurden dann innerhalb des Fem*Refs kontroverse Diskussionen über die Frage nach einer Öffnung des Referats für Transgender diskutiert, dessen Ergebnis eine weitere Namensänderung war „Internationales Autonomes Feministisches Referat für FrauenLesbenTrans*“
Das Fem*Ref ist zwar eine Art Institution des AstaS, ist allerdings aufgebaut und steht in einer völlig eigenen Geschichte. Und wie dieses zeigt, verfolgt es zwar eine gewisse Linie, doch ist es wandelbar und flexibel und immer das, was die Menschen in diesem Rahmen auf die Beine stellen.

In den letzten Jahren beschäftigen wir uns inhaltlich nicht nur mit den Geschlechterverhältnissen in der Gesellschaft und an der Universität. Unser Fokus rückte immer mehr dahin, dass wir die Befreiung der Menschen, die als FrauenLesbenTrans* unterdrückt werden, nur als realisierbar sehen, wenn sämtliche Unterdrückungsformen bekämpft werden. All jene, Sexismus, Rassismus, Klassismus, Ableismus etc. lassen alle ihre Ursprünge in patriarchaler Logik finden und eine feminitische Politik muss demnach gegen das gesamte Monster kämpfen – gegen jene Strukturen um und auch in uns, die andere Menschen abwerten, um sich selbst aufzuwerten, Menschen in richtig und falsch einzuordnen, über die Unterdrückten zu herrschen, sie auszubeuten, sie zu vergewaltigen und ihnen das Leben zu nehmen. Deswegen sind Themenschwerpunkte unserer Arbeit neben Antisexismus auch Antirassismus, darin auch die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte und Gedenkarbeit diesbezüglich. Ebenso richtet sich unser Arbeitsfokus auch auf feministischem Widerstand im internationalen Kontext. Die internationale Perspektive mehr und mehr einzunehmen, erachten wir als unerlässlich mit Blick darauf, dass unsere Freiheiten und Unfreiheiten mit denen aller anderen auf der Welt Lebenden und Toten zusammenhängen. Es geht nicht, diese so grundlegende Perspektive auszublenden.
Weiter bedeutet dies für unseren Raum, dass wir uns nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch über Alltagssituationen und Repressionen austauschen, um gemeinsam Handlungsmöglichkeiten auszudiskutieren und aktiv zu werden.
Aus der Perspektive heraus, dass eine antipatriarchale Befreiung nicht nur auf individuellen, sondern gleichermaßen auf kollektiven Ebenen angestrebt werden kann, organsieren wir Veranstaltungen, Vorträge und Workshops und unterstützen zudem unkommerzielle feministische Projekte.
Da sich diese ganzen Thematiken unserer Arbeiten nicht nur im universitären Kosmos, sondern überall in der Gesellschaft finden lassen, sind wir ebenfalls mit Gruppen außerhalb dieses Kontextes vernetzt und nutzen auch andere Möglichkeiten und Örtlichkeiten der Stadt, bspw. die Bürger*Innen-Wache, die VHS, das IBZ, das kurdische Zentrum oder das AJZ.
Beispiele für Projekte von uns sind:
Gedenkstättenfahrten ins Frauen KZ Ravensbrück
das feministische HipHop-Festival Bielefeld
das Anti-Racism-Festival
Veranstaltungen mit der Gruppe Akzent*In
Unterstützung der FLTI-Kneipe im AJZ
feministisches Kulturangebot wie Cabarett und Konzerte und Spray-workshops
feministisches Sportangebot wie Wendo-Kurse, oder B-Girl-Dancing
Veranstaltungen/Aktionen mit dem RSB, der Antifa AG und dem SchwuR